O-Beine durch Leistungs-Kicken


Je intensiver, desto riskanter
O-Beine durch Leistungs-Kicken

Macht Fußballspielen O-Beine? Beim Anblick der vielen krummbeinigen Spieler, die sich in Bundesliga oder Champions League so auf dem Rasen tummeln, könnte man das durchaus glauben. Ob es wirklich stimmt, haben jetzt Sportmediziner in einer neuen Studie untersucht.

2600 Beine lügen nicht

Der Schein trügt nicht – Fußballspieler haben tatsächlich besonders häufig O-Beine. Doch noch immer wird darüber gestritten, was dabei Henne und was Ei ist: Macht der beliebte Rasensport aus geraden Knabenbeinen O-Beine oder landen o-beinige Jungs häufiger beim Fußball, weil sie damit besser dribbeln können? Forscher von der LMU München wollten das jetzt genau wissen und untersuchten die Daten von über 1300 jungen, männlichen Leistungs-Fußballern und einer gleich großen Kontrollgruppe. Das Ergebnis: Intensives Fußballtraining in der Jugend erhöht das Risiko für O-Beinen signifikant.

Empfindliche Wachstumsfugen

Eine Ursache für O-Beine sind kleine und kleinste Verletzungen im Bereich des Schienbeinkopfes, und zwar dort, wo die Wachstumsfuge liegt. In diesem Bereich findet bis zum Ende der Pubertät das Längenwachstum der Knochen statt. Bei Jungen verknöchern die Wachstumsfugen etwa im 16. Lebensjahr, bei Mädchen früher. Kommt es nun durch intensive Kontaktsportart wie Fußballspielen immer wieder zu kleinen, unbemerkten Verletzungen im Bereich der offenen Wachstumsfugen, kann ein fehlerhaftes Wachstum des betroffenen Knochens resultieren. Im Falle des Schienenbeins kommt es zum Beispiel zu O-Beinen, berichtet der Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Florian Wolf von der LMU München.

Auf die Intensität kommt´s an

Dass leistungsorientierter, sehr intensiver Fußball bei Heranwachsenden das Risiko für O-Beine erhöht, haben auch andere Studien nachgewiesen. Als Auslöser werden neben den Mikrotraumen im Wachstumsfugenbereich auch noch andere Faktoren wie mechanische Belastungen durch schnelle Richtungswechsel diskutiert. Auf den gemäßigten Breitensport möchten die Sportmediziner die Ergebnisse jedoch nicht übertragen. Freizeitsport fördert die Entwicklung Heranwachsender, betonen die Studienautoren. Sinnvoll ist aber in jedem Fall, beim Fußballtraining die Kniegelenksstabilität durch passende Übungen zu stärken und etwaige O-Beine und Knieschmerzen vom Sportmediziner abklären und wenn nötig behandeln zu lassen.

Quelle: IDW 

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